Aktuelles

Proben in Corona-Zeiten

 

Insgesamt hat uns die Krise hart und - wie wohl alle - auch unvermittelt getroffen. Geplant war ein tolles Chorjahr mit vielen Konzerten und Highlights. Zu aller erst war ja im April die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach für zwei 4s-stimmige Chöre und Orchester, Solisten und Kinderchor geplant und auch schon komplett einstudiert.

Dann verschärfte sich die Coronalage und wir mussten die Konzerte absagen. Kurz darauf waren dann bereits keine Präsenz-Chorproben mehr möglich.  Bereits nach Ostern sind wir in digitale Proben gestartet. Dennoch haben uns der Lockdown und die fehlenden Proben- und Konzertmöglichkeiten absolut unvermittelt getroffen und ehrlicher Weise auch stark frustriert. Diese Frustration hat auch Spuren in der Chorgemeinschaft hinterlassen. Wir mussten uns ein stückweit neu erfinden und auch neu aufstellen. Als die Lockerungen im Sommer kamen, haben wir sofort Konzepte umgesetzt, die einen Präsenzprobenbetrieb ermöglichten. Wir haben mit kleinen Gruppen in sehr großen Räumen mit permanenter Durchlüftung geprobt. Parallel dazu haben wir weiterhin digitale Formate angeboten, um auch die Sängerinnen und Sänger mitzunehmen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht an Präsenzproben teilnehmen wollten oder konnten. Nachdem sich das gerade wieder so ein bisschen eingespielt hatte, kam der zweite Lockdown und wir sind quasi in Echtzeit wieder in einen kompletten online-Probenbetrieb gewechselt. Auch hier war der Frust darüber, dass man sich um passende Konzepte bemüht hatte und das doch umsonst war da. Derzeit ist die Probenorganisation das mit Abstand wichtigste Arbeitsfeld für die Chorleitung, manchmal gerät die eigentliche Probe darüber fast ins Hintertreffen. Die technischen Voraussetzungen müssen geschaffen werden, Sängerinnen und Sänger brauchen technischen Support. Bei den Präsenzproben muss der Raum vorbereitet, gelüftet und Desinfektionsmittel bereitgestellt werden. Die Sängerinnen und Sänger müssen sich anmelden und Teilnehmerlisten werden geführt und archiviert. Das ist eine Menge Stress und so richtig entspannt probt es sich da nicht. Durch die weiten Abstände zwischen den Sängerinnen und Sängern hört man sich z.T. nicht gut und den Klang verändert das natürlich stark. Trotzdem muss man auch sagen, dass Online-Proben niemals eine Präsenzprobe ersetzen werden, weil ein gemeinsames Singen einfach nicht gut möglich ist. Es ist momentan einfach "Besser als nix!".

Alles derzeit ist abhängig von der sich ständig verändernden dynamischen Pandemielage. Wir als Chor haben aber festgestellt, dass wir ein Ziel brauchen, auf das wir hinarbeiten können.

Wir freuen uns aktuell über jeden, der sich in schwierigen Zeiten auf Chorarbeit unter ganz wechselnden Bedingungen einlassen will und laden jeden Gesangsverrückten ein, sich uns anzuschließen. Wir wollen aber auch unsere Partnerschaft mit dem Rheingauer Kinder- und Jugendchor und dem Jugendensemble ausbauen und verstätigen. Wir verstehen die Krise als Chance, uns neu aufzustellen und neue Wege zu gehen, auf die wir uns freuen. Die Welt nach Corona wird wohl eine andere sein, aber für uns ist auch klar, dass es keine Welt ohne Chorgesang sein darf.

 

                                                                                                              Jochen Doufrain

Rückblicke

 

FOCUS-Online Local

chorART Rheingau e.V. erhält den Kulturpreis 2018 des Rheingau-Taunus-Kreises

 

Montag, 30.04.2018

 

Landrat Frank Kilian gibt Ergebnis der Jurysitzung bekannt - 

30 eingereichte Vorschläge für die Sparte "Musik-Gesang".

 

"Der Kulturpreis 2018 des Kulturfonds Rheingau-Taunus in der Sparte 'Musik-Gesang' geht an 'Chorart Rheingau'", teilte Landrat Frank Kilian nach der Sitzung der Jury mit. Insgesamt lagen den Mitgliedern der Jury 30 Vorschläge von Chören und Solisten aus dem Rheingau-Taunus-Kreis vor, die sich um den mit 3.000 Euro dotierten Preis bewarben. Doch letztlich fiel das Votum nach Aussagen der Kulturbeauftragten des Kreises, Sabine Stemmler, relativ eindeutig aus: "Die unglaubliche Professionalität des Laienchores hat die Jury überzeugt." Der Verein hat sich der Pflege der geistlichen Chormusik verschrieben. Eine klassische Musik, die der Leiter und Gründer des Ensembles, Jochen Doufrain, "einem breiten und auch jungen Publikum" vermitteln will.

30 Sängerinnen und Sänger gehören dem Chor an, die im Jahr 2015 die vierstimmige Johannespassion von Johann Sebastian Bach gemeinsam mit der bekannten Sopranistin Elisabeth Scholl und weiteren namhaften Künstlern präsentierte und damit große Anerkennung erfuhren. 2017 folgte noch die Aufführung von Bachs "Weihnachtsoratorium" in der Jakobuskirche in Rüdesheim. "Die Stimmgewalt, die Präzision der einzelnen Chormitglieder begeisterten die Jury bei der Bewertung", berichtete Sabine Stemmler. "Ein überaus würdiger Kulturpreisträger", fasste sie zusammen.

Die Kulturbeauftragte lobte aber auch die Arbeit der fünf Jurymitglieder Arnulf Reinhardt, Monika Assmann, Eva-Maria Ebeling, Heidi Kopetzki und Klaus-Peter Lang. "Bei 30 verschiedenen Vorschlägen, Chöre und Solisten, die Klassik, Jazz oder Pop präferieren, ist eine akribische Vorbereitung notwendig", so Sabine Stemmler Alle hätten sich die Hörproben mehrfach vorgespielt, Videos angeschaut und die Bewerbungen studiert. Stemmler: "Man merkte, dass die Herzen der Jurymitglieder für Kunst und Kultur schlagen und wirkliche Experten am Tisch saßen."

Der Kulturpreis 2018 ist mit 3.000 Euro dotiert und wird vom Kulturfonds Rheingau-Taunus jährlich in unterschiedlichen Sparten vergeben. Die Verleihung erfolgt in einer separaten Feierstunde, berichtet Landrat Kilian abschließend.

Hier erreichen Sie uns

chorART in concert

Johann Sebastian Bach

Matthäuspassion

geplant